AKV Newsletter XLV (02.07.2019)
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AKV Newsletter XLV (02.07.2019) 

 

Ein Nachtrag "Awakening Europe" - 

besser im stillen Kämmerlein beten?

 

Der mediale Aufruhr, der durch die Teilnahme von Kardinal Christoph Schönborn und die "Segnung" von Sebastian Kurz durch einen australischen Prediger bei der freikirchlichen Veranstaltung "Awakening Europe" ausgelöst wurde, zeigt, wie wenig Verständnis und Toleranz heute den verschiedenen Formen christlicher Religionsausübung entgegengebracht wird.

Es erinnert mich an eine Aussage von Univ. Prof. DDr. Johannes Huber, dem heuer die Kardinal-Opilio-Rossi-Medaille der AKV verliehen wurde und der zum Thema "Entchristlichung der Gesellschaft" gesagt hat: "Wenn heute jemand am Sonntag einen Baum umarmt und mit ihm eins wird, dann finden das viele toll. Wenn jemand am Sonntag in die Kirche geht, dann wird er bestenfalls belächelt."

 

Mit einem herablassenden Lächeln war es diesmal nicht mehr getan, es überwog vielmehr bösartige Häme. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen katholischer und evangelikaler Theologie und Religionspraxis. Manches wirkt für uns Katholiken befremdlich, überzogen und showhaft. Kardinal Christoph Schönborn stellt dazu fest: "Gebete für die politischen Verantwortlichen gehören zum Grundbestand der christlichen Lehre und das machen wir jeden Sonntag. Gemeinsam ist Katholiken und Evangelikalen natürlich die Botschaft Jesus Christus und dass wir natürlich für Politiker beten, wenn auch nicht in jener Art und Weise, wie es der evangelikale Prediger bei Sebastian Kurz gemacht hat. Und das war dem Exkanzler ja auch irgendwie peinlich."

 

Dass Kurz aber als Politiker bei dieser Veranstaltung aufgetreten ist, sei für ihn aber völlig in Ordnung, stellte der Kardinal klar. Dass sich viele politische Gegner, aber auch glaubensferne Politiker und Journalisten ihre Häme nicht verkneifen konnten, überraschte nicht, es war auch nicht anders zu erwarten. Nicht in Ordnung war aber so mancher zynischer Kommentar aus dem christlichen Lager. Soll denn in den Fürbitten am Sonntag nicht mehr für Politiker gebetet werden, sollen christliche Politiker bei Veranstaltungen der Kirche nicht mehr teilnehmen und bei Fronleichnamsprozessionen nicht mehr mitgehen, weil ihnen deshalb Heuchelei und wahltaktische Motive unterstellt werden könnten?

 

 

 

Die sinngemäße Aussage des Caritas-Präsidenten - besser im stillen Kämmerlein zu beten - als in der Öffentlichkeit, ist wohl auch angesichts der massiven Forderung der laizistischen Kräfte in der Gesellschaft, nach weitestgehender Verdrängung von Kirche und Glaube aus dem öffentlichen Raum, kontraproduktiv und unverständlich. Sie steht übrigens auch im Widerspruch zur Forderung des neuen Nuntius in Österreich, Pedro Lopez Quintana, die österreichischen Katholiken müssten in der Gesellschaft präsenter sein: "Die Aufgabe der Laien ist es, in der Gesellschaft und in der Politik zu wirken und nicht ausschließlich in der Kirche. In der Gesellschaft fehlt diese Präsenz.“

 

In diesem Zusammenhang muss man auch auf die kürzliche Feststellung von Kardinal Christoph Schönborn hinweisen, dass es entgegen einer weit verbreiteten Fehlmeinung keine Äquidistanz der katholischen Kirche zu den politischen Parteien gäbe. "Die Parteien würden vielmehr selbst durch ihre Programme, Praxis und Personen, ihre Nähe und ihre Distanz zur katholischen Kirche bestimmen."

 

Deshalb muss man in Erinnerung rufen, dass vor drei Jahren Sebastian Kurz am Marsch für Jesus teilgenommen hat, während Bundeskanzler Kern bei der Regenbogenparade war. Heuer nahmen die Vorsitzende der SPÖ, Pamela Rendi-Wagner und der Bundespräsident an der "Euro-Pride-Parade der LGBTIQ-Internationale" teil, während sich Kurz gemeinsam mit Kardinal Schönborn Grußworte an 10.000 betende Menschen bei "Awakening Europe" richtete. Ein diesbezüglicher Vergleich ist sowohl zulässig, wie aussagereich.


Mag. Helmut Kukacka (Präsident der AKV)

 

"Christen sollen keineswegs schweigen und nur zu Hause beten (Die Presse, 23.06.)

Schönborn: "Gebet für Politiker ist christlicher Grundbestand" (Bischofskonferenz, 19.06.) 


 

Opilio-Rossi-Medaille Preisträger Johannes Huber

Gute Gründe als Christ stolz zu sein


 

Der Mediziner, Theologe und Sachbuchautor Univ. Prof. DDr. Johannes Huber ist mit der Opilio-Rossi-Medaille 2019 ausgezeichnet worden. Bei der Feierstunde im Wiener Palais Epstein sagte Prof. Huber als jahrzehntelanger Brückenbauer zwischen Naturwissenschaft und Religion, es gebe viele gute Gründe Stolz darauf zu sein, ein Christ zu sein. In den Traditionsstrom eines heiligen Augustinus oder Benedikt eingebunden zu sein, deren Impulse Europa bis heute zutiefst prägten, mache ihn dankbar, so der frühere Sekretär von Kardinal Franz König und oftmals ausgezeichnete Mediziner.

 

Hubers Fazit: Das Christentum habe den Kontinent, ja die Welt entscheidend positiv geprägt. Das dürfe auch nicht übersehen werden, wenn der Missbrauchsskandal Anlass für Ohrfeigen wider die Kirche herhalten muss. Viel zu leicht übersehen werde dagegen die derzeit massive Verfolgung von Christen in vielen Teilen der Welt, beklagte Huber. Hier seien katholische Laien ebenso gefordert wie beim Thema soziale Medien, die heute als "neue Kanzel" fungierten. Die Reden von Univ. Prof. DDr. Huber und von Ass. Prof. DDr. Matthias Beck sind auf unserer Homepage nachzulesen.

Vollständigen Bericht nachlesen 


 

"Hilfe für Christen in Not"

Zwischenbilanz: Osterspendenaktion für verfolgte Christen

in Syrien und im Irak erbrachte rund 50.000 €

 

Die Aktion Heimkehr in der Ninive-Ebene verläuft erfolgreich: Insgesamt wurden bisher im Rahmen der AKV-Aktion Heimkehr bis Ostern 2019 rund 500.000 € aufgebracht, um die Rückkehr von irakischen Christen in die Ninive-Ebene zu unterstützen.

 

Regionaler Schwerpunkt Telskuf und Baqofa

Mit logistischer Unterstützung von CSI-Österreich und ICO und dem katholisch-chaldäischen Pfarrer Salar Bogdagh haben wir die Kleinstadt Telskuf und die benachbarte Ortschaft Baqofa als Schwerpunkt der "Aktion Heimkehr" ausgesucht. Ein Großteil des Geldes wurde bereits investiert, einige Projekte sind noch nicht abgeschlossen. Wenn Sie sich im Einzelnen über den Stand der Projekte informieren wollen, die Zwischenbilanz ist auf unserer Homepage einzusehen. https://www.akv.or.at/akv/verfolgte-christen

 

Nachbarschaftszentrum wurde am 5. Juni eröffnet

 

 

Zu Ostern haben wir nochmals um Ihre Spende ersucht, damit die Projekte abgeschlossen werden können. Die Osteraktion hat dank Ihren großzügigen Spenden nochmals rund 50.000 € eingebracht. Damit konnte auch das neue Familien-und Nachbarschaftszentrum, das auch ein kleines Café enthält, fertiggestellt und eröffnet werden.

 

 

 

Dieses Zentrum wurde am 5. Juni 2019 in einer großen Gemeindefeier mit Pfarrer Salar Bogdagh eröffnet und eingeweiht. Dort treffen sich an Nachmittagen und Sonn- und Feiertagen vor allem die Familien und die Jugend von Telskuf. Das stärkt auch das Zusammengehörigkeitsgefühl und die christliche Identität in einer islamischen Umwelt. Im Familien- und Nachbarschaftszentrum werden rund 15 Menschen ständig Arbeit finden.

 

Schulbus wurde angeschafft

 

 

 

Weiters wurde im Juni mit den Spendengeldern der geplante Kleinbus (Schulbus) angeschafft, damit die älteren Schüler und die Studierenden eine Transportmöglichkeit nach Mossul besitzen (rund 35 km). Weiterführende Schulen bzw. die Möglichkeit für den Besuch einer Universität gibt es nur in der Provinzhauptstadt Mossul. Bildung ist uns ein ganz wesentliches Anliegen. Wenn die Eltern wissen, dass es für ihre Kinder entsprechende Bildungsmöglichkeiten vor Ort gibt, dann werden sie viel eher in ihrer Heimat bleiben.

 

Landwirtschaftliches Projekt

 

Mit einem weiteren Teil der bei der Osteraktion eingelangten Spenden soll ein landwirtschaftliches Projekt aufgebaut werden, mit dem die regionale landwirtschaftliche Produktion angekurbelt, die örtliche Versorgung sichergestellt wird und Arbeitsplätze geschaffen werden. Projektkosten fallen dabei vor allem für die Wasserinstallation und entsprechende Gewächshauser an. Wir werden über die weitere Umsetzung dieses Projektes in unserem nächsten Newsletter berichten.

 

Wir würden uns deshalb freuen, wenn Sie den Abschluss dieser Projekte nochmals unterstützen könnten. Helfen Sie mit das Erbe des Urchristentums zu bewahren.

 

 Wir bitten um Ihre Spende für unsere

Solidaritätsaktion auf das folgende Konto:

 

BIC: GIBAATWWXXX

IBAN: AT49 2011 1824 1397 6101

 

Voraussetzung für die steuerliche Absetzbarkeit:

Der vollständige Name und das Geburtsdatum müssen am Zahlschein

bzw. bei der elektronischen Überweisung angegeben werden.


 


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